Kommentar Stephan Fauth

Angespannte Lage

Die Konjunkturpakete von Bund und Land sind verabschiedet. 130 Milliarden vom Bund und 2,8 Milliarden vom Land Thüringen sind sehr viel Geld. Die Summe ist schwindelerregend, denn das Geld muss auch zurückgezahlt werden. Die Vorhaben sind ambitioniert. Liquiditätshilfen für Unternehmen, Stärkung von Kommunen und Familien sowie Zukunftsinvestitionen sind nur einige Aspekte. Die Richtung stimmt. Die konkreten Auswirkungen in einzelnen Branchen werden sicher unterschiedlich sein. Was die Wirtschaft jetzt braucht ist ein Konjunktur- und Nachfrageanschub. Ob die befristete Mehrwertsteuersenkung den Konsum beflügelt, bleibt abzuwarten. Ein Anreiz - gerade bei größeren Anschaffungen - könnte es schon sein. Manche Branchen, wie Dienstleister und Einzelhandel, befürchten mehr Aufwand als Nutzen.

Es ist nicht nur mit einer schwierigen zweiten Jahreshälfte zu rechnen, sondern auch 2021 schauen viele Unternehmen pessimistisch in die Zukunft. Die Mehrheit der Firmen in Thüringen durchlebt im Zuge der Pandemie tiefe Einschnitte. Stark betroffen sind in Thüringen die Automobilzulieferer, das Gaststättengewerbe und die Veranstaltungsbranche. Automobilindustrie und der stationäre Einzelhandel hatten schon vor der Pandemie konjunkturelle Einschnitte. Das potenziert sich jetzt.

Den Prognosen einiger Ökonomen des Landes folgend wurde der Tiefpunkt im zweiten Quartal 2020 hoffentlich erreicht. Kommt es jetzt nicht zu einer zweiten Infektionswelle, dürfte sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten langsam erholen. Von einer Normalisierung des Geschäftslebens sind wir auch im kommenden Jahr noch weit entfernt. Die Lage bleibt angespannt.


Aus Unternehmen für Unternehmen - Juli 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 



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